Kulturzelt 2010 – Programm in der Woche vom 26. Juli bis 1. August

Kulturzelt 2010 – Programm in der Woche vom 26. Juli bis 1. August

Eingetragen am 28. Jul, 2010 von in Nachrichten

Das Kulturzelt 2010 startet in die nächste Veranstaltungswoche. Noch bis zum 22. August gibt es neben bekannten Größen vielen Neuentdeckungen auf der Bühne im neugebauten Zelt an der Drahtbrücke in der Karlsaue. Und hier sind die Künstler in der Woche vom 26. bis 1. August:

“Die Beatles haben den Rock in die Musik gebracht. BLOOD, SWEAT & TEARS haben die Musik in den Rock gebracht.” So urteilte der britische Musikjournalist Leonard Feather über die (Mit-)Erfinder des Jazz-Rock. Der Name der Band geht zurück auf ein Zitat aus der Antrittsrede von Winston Churchill als Premierminister am Anfang des 2. Weltkrieges. Seit 1968 hinterlässt die US-Institution ihre Spuren in der Musikgeschichte. Ihre einzigartige Mixtur aus Blues, Rock und Jazz ist auch ihr Markenzeichen: druckvolle Bläsersätze, pulsierender rhythmischer Groove, expressive Vocals sowie zahlreiche bis heute noch bekannte Top-Hits. Die Liste aller Musiker, die einmal zum Line-up von BLOOD, SWEAT & TEARS gehörten, liest sich wie ein Who is Who des Jazz, Blues und Rock: Al Kooper war in der Urformation Chef der Band, Randy Brecker blies die Trompete, Steve Katz werkt an der Gitarre. Zeitweise waren Jaco Pastorius, Mike Stern, Joe Henderson, Lew Soloff und unzählige andere bekannte Namen auf der Line up Liste von BS&T.

Mittwoch, 28.07.2010
Blood, Sweat & Tears (USA)
Nuclear Blues
16 EUR/ 28 EUR*  (* Vorverkauf plus 1,50 Euro VVG / Abendkasse)

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Das Konzert mit Tina Dico an einem verregneten Juliabend des letzten Jahres, war eines der schönsten und intensivsten  der letzten Kulturzeltjahre. „Wenn du auf der Bühne stehst und Musik machst, kannst du an nichts anderes denken. Du existierst einfach. Du lässt es durch dich hindurch fließen.” Und dies teilt sich ganz unmittelbar mit. “Ich habe diese Energie in mir, nie stehen bleiben zu wollen. Mich treibt nicht der Wunsch nach Perfektion voran. Als Songwriterin suche ich zwar nach dem perfekten Song, der die Idee, ein Gefühl oder einen Moment am intensivsten festhält. Doch es ist immer die Leidenschaft zur Musik, die alles in meinem Leben bewegt.” Dieses Motto beschreibt Tinas Musikverständnis, vor allem ihre Passion als Songwriterin. Die 28-jährige Wahl-Londonerin, die 1977 im dänischen Arhus zur Welt kam, ist in ihrem Heimatland längst keine Unbekannte mehr. Sie verdrängte in den dortigen Charts U2 und Coldplay von der Pole-Position. Außerdem heimste sie diverse Musikpreise als beste Songwriterin (beim Dänischen Grammy) sowie beste Komponistin (Danish Music Critics Award) ein. Mit “Count To Ten”, das in Deutschland  auf dem Island-Label veröffentlicht wurde, veröffentlichte Tina Dico ihr viertes Album. In Dänemark erobert die Sängerin damit aus dem Stand die Spitze der dänischen Plattencharts. Kurz darauf darf sich Tina Dico über den erreichten Platinstatus freuen. Bei den Danish Music Awards 2008 erhält sie außerdem vier Nominierungen in den Kategorien Best Album, Best Pop Album, Best Female Singer, Best Songwriter.

Donnerstag, 29.07.2010
Tina Dico (DK)
Almost alone again
17 EUR/ 19 EUR* (* Vorverkauf plus 1,50 Euro VVG / Abendkasse)

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Incognito – der Name ist Programm. Zumal er bestätigt, dass trotz des Erfolgs keiner genau weiß, aus wem diese Band eigentlich besteht. Das dürfte ungewollt sein, doch die Mannschaft von Incognito ist über die Jahre seit der ersten Zusammenkunft schließlich auch eine wechselnde gewesen. Gleichbleibend ist allerdings der Master Mind: Jean-Paul “Bluey” Maunick, Gitarrist, Komponist und das “Studio-Ohr” des Jahrtausends – Schöpfer von Incognito. Und jenem ist in London, als der Dance Hype gegen Ende der 70er gen Höhepunkt zusteuert, der Traum nach eingängiger, clubtauglicher aber deswegen nicht weniger komplexer und improvisationslastiger Musik gelungen. Das Credo von Incognito “Beyond colour, beyond creed, we are one nation under the groove” schlägt sich in der multikulturellen Besetzung der Band nieder. Die weltweite Fangemeinde eint dann auch vom HipHoper bis zum Musikkritiker: Die Einen frönen dem Dance-Aspekt, die Anderen begeistern Texte und die phantastische gedankliche Freiheit der Arrangements. Die musikalische Identität Incognitos ist eine globale und steht in diesem Jahr für kunstvoll verwobene Sounds aus Jazz, Soul und Funk. Eine Verneigung vor dem Motown-Sound der 70er Jahre ist ihr aktuelles Programm „Tales from the Beach“.

Freitag, 30.07.2010
Incognito (GB)
Tales from the beach
20 EUR/ 22 EUR* (* Vorverkauf plus 1,50 Euro VVG / Abendkasse)

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Vor 30 Jahren retteten neun Studenten in Havanna den Son vor dem Aussterben. Sie gründeten die Band Sierra Maestra, benannt nach jener Bergkette im Osten Kubas, in deren Hügellandschaft der Son, die Wurzel weltweit populärer Musikstile wie Mambo, Cha-Cha oder Salsa entstand, und reanimierten die alte akustische Musik aus der Provinz. Bläser, die dreisaitige Gitarre Tres, Bongos und Claves standen plötzlich wieder im Mittelpunkt einer unverwüstlichen Tanzmusik, die von schneidenden Trompetensoli, ausgefeilten Vokalsätzen und einer ebenso selbstverständlich wie vertrackt wirkenden Rhythmik lebt. Auftritte von Sierra Maestra sind immer ein Fest. Ein Fest, das dem Son gewidmet ist und rootslastige guajira, Afro-Cuban-Jazz mit knackigen Riffs, gefühlvolle Boleros und feurige son-montunos präsentiert. Die kubanische Musik, hier ist sie in all ihren Stimmungen präsent mit wunderbaren Harmoniegesängen, Solostimmen, die mit den Bläsern ins Duett treten und immer wieder den sich langsam zu wahren Gruppen-Feuerwerken aufbauenden son-montunos, die zu den weltweit gefeierten Höhepunkten eines jeden Sierra Maestra-Konzerts zählen.

Samstag, 31.07.2010
Sierra Maestra (Kuba)
Son & Rock’n Roll!
17 EUR/ 19 EUR* (* Vorverkauf plus 1,50 Euro VVG / Abendkasse)

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Beat’n’Rap: Über die Großvaterschaft des Rap gibt es keinen Zweifel. Als Ahnherr gilt unangefochten Gil Scott-Heron. Der Jahrhundertsong “The Revolution Will Not Be Televised” stammt von ihm. Jetzt hat der große Soulpoet ein neues Album aufgenommen, das beweist: Auch lebende Legenden schreiben Geschichte. Erst ist nur ein kurzer Clip auf YouTube aufgetaucht. Während sich Musiker heute bedingungslos auf den Markt werfen müssen, hat sich Scott-Heron äußerst rar gemacht. Sein politisierter Jazzfunk hat ihm zwar den Ruf als Urvater des HipHop eingebracht. 1971 gab er den Jahrhundertslogan “The Revolution Will Not Be Televised” aus und verewigte sich als Chronist des entrechteten Amerika. Rapper haben seine Musik gesampelt, seinen Stil imitiert und die sozialkritischen Botschaften kopiert. Lebenden Poplegenden bleiben ja im Grunde nur zwei Wege zum Weitermachen.

Die meisten verwalten ihr Erbe indem sie es immer wieder reproduzieren. Wenige haben das Glück, ihren Stil im Geiste der glorreichen Vergangenheit zu verfeinern, und musikalisch in der Gegenwart zu verorten. “I’m New Here” ist kein Retro-Album, kein Stillstand auf hohem Niveau. Basslastige Dubspuren, mächtig schwingende Beats und elektronische Soundkaskaden verpflanzen Gil Scott-Heron in eine völlig neue Klangwelt. Hier ragt besonders eine Qualität von Gil Scott-Heron heraus, die wegen seiner textlichen Radikalität oft übersehen wurde: seine Stimme, dieser grollende Bariton, überträgt sich vor allem als physisches Erlebnis auf den Hörer. Gil Scott-Heron klang schon mit 20 Jahren, als ob er ein Mikrofon verschluckt hätte.

Sonntag, 01.08.2010
Gil Scott Heron (USA)
I’m new here
22 EUR/ 24 EUR* (* Vorverkauf plus 1,50 Euro VVG / Abendkasse)

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Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich!
Vorverkauf: im HNA-Kartenservice, Kurfürstengalerie in der Mauerstraße, Tel. 0561-203 204 • in allen HNA-Geschäftsstellen • bei Gestochen Scharf, Dörnbergstraße, Tel. 0561-788 060
Mehr Informationen auch über: www.kulturzelt-kassel.de

Fotos: www.bacana.fr, Mischa Richter (n.h.)

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